Smart Factory

Wissen

ROI und Business Case der Digitalisierung für einen CNC-Betrieb

Digitalisierung kostet Geld und Zeit. Ein Business Case zeigt, ob sie sich bezahlt macht und wann. So erstellst du einen für die Maschinendatenerfassung in einem CNC-Betrieb, mit einem Rechenbeispiel, in dem jede Annahme dabeisteht.

Stand: 13. Oktober 2026

Warum ein Business Case

Ein Business Case stellt die Kosten einer Investition neben das, was sie bringt, und rechnet aus, wie lange es dauert, bis sie sich amortisiert hat. Für eine neue CNC-Maschine machst du das selbstverständlich. Für Software passiert es seltener, obwohl die Frage dieselbe ist: Bekomme ich mehr zurück, als ich ausgebe?

Bei der Maschinendatenerfassung steckt der Nutzen nicht in der Software selbst, sondern in dem, was du mit den Daten machst. Der Business Case beschreibt also, welche Verluste du verkleinern willst und wie du misst, ob das gelingt.

Schritt 1: Messen, wo du stehst

Ohne Ausgangsmessung ist jeder Business Case geraten. Halte pro Maschine fest, wie viele Stunden sie geplant ist, wie viele Stunden sie wirklich läuft, wie viel Zeit ins Rüsten und Wechseln geht und warum sie steht. In vielen Betrieben gibt es diese Zahlen nur als Schätzung. Dann ist der erste Schritt, ein paar Wochen zu messen, ohne etwas zu ändern.

Schritt 2: Den Nutzen benennen

Rechne nur mit Nutzen, den du messen und in Geld ausdrücken kannst. Für einen CNC-Betrieb sind das meist diese vier Posten.

Zurückgewonnene Maschinenstunden

Stillstand, den du siehst, kannst du verkürzen: Warten auf Material, auf ein Programm oder eine Freigabe, eine Maschine, die nach der Pause zu spät anläuft. Jede zurückgewonnene Stunde ist Kapazität, die du schon bezahlst. Rechne sie mit deinem Maschinenstundensatz um, aber nur, wenn du die zusätzlichen Stunden auch füllen kannst.

Kürzere Rüstzeiten

Bei kleinen Losen geht viel Maschinenzeit ins Rüsten. Gemessene Rüstzeiten zeigen, welche Teile und NC-Programme am längsten dauern. Dort bringen SMED-Maßnahmen am meisten: vorbereiten, was geht, solange die Maschine noch läuft.[1] Jede gesparte Minute Rüsten ist eine Minute mehr Produktionszeit.

Bessere Kalkulation

Mit gemessenen Zeiten siehst du, welche Teile immer länger laufen als kalkuliert. Ein besserer Preis für diese Teile oder ein schnellerer Prozess ist direkte Marge. Wie du das angehst, steht im Artikel Nachkalkulation in der Zerspanung.

Vermiedene Überstunden und Investitionen

Holst du mehr aus den vorhandenen Maschinen, kannst du Überstunden oder eine zusätzliche Schicht vermeiden oder den Kauf einer neuen Maschine verschieben. Das ist oft der größte Posten, aber auch der unsicherste. Rechne nur damit, wenn die Kapazität heute wirklich die Grenze ist.

Was du nicht in Geld ausdrückst

Weniger Papierkram für Bediener, eine schnellere Antwort auf die Frage, wann ein Fertigungsauftrag fertig ist, weniger Wege durch die Halle. Nenne diese Vorteile im Business Case, aber rechne nicht mit ihnen.

Schritt 3: Die Kosten auflisten

  • Lizenz. Bei Smart Factory zahlst du pro Maschine und Monat. Der Konnektor und die Apps sind kostenlos, und jedes Paket hat unbegrenzt viele Benutzer.
  • Hardware. Der Konnektor läuft auf einem Windows-PC oder Server in deinem Netzwerk, der immer eingeschaltet ist. Sensoren an der Maschine brauchst du nicht, eine Netzwerkverbindung zur Steuerung schon.
  • Steuerungsoptionen. Jede Steuerung wird über ihre eigene Schnittstelle gelesen, bei Heidenhain zum Beispiel HEIDENHAIN DNC (Option 18). Prüfe, ob diese Schnittstelle an deinen Maschinen freigeschaltet ist.
  • Eigene Zeit. Jemand, der das System kennenlernt, der Tagesstart und das Wochengespräch. Rechne diese Stunden mit ein.
PaketEuro pro Maschine und MonatEuro pro Jahr für 10 Maschinen
Core293.480
Premium597.080
Ultimativ12915.480

Core enthält unter anderem den Live-Maschinenstatus, OEE- und Auslastungsberichte, Zeitlinien und die Stückzählung. Premium ergänzt das Bedienpanel, die Versionsverwaltung für NC-Programme und eine API-Schnittstelle. Ultimativ ergänzt die ERP-Integration. Den vollständigen Vergleich, mit dem Preis in deiner Währung, findest du unter Preise.

Rechenbeispiel

Alle Zahlen in diesem Beispiel sind Annahmen, in Euro. Ersetze sie durch deine eigenen Werte.

  • 10 CNC-Maschinen im Paket Premium: 590 Euro im Monat, 7.080 Euro im Jahr.
  • PC für den Konnektor und Netzwerkarbeiten: 2.500 € einmalig.
  • Eigene Zeit im ersten Jahr: 100 Stunden zu 50 € pro Stunde.
  • Maschinenstundensatz: 80 €.
  • Wirkung: pro Maschine 1 Stunde weniger Stillstand oder Rüsten pro Woche, 46 Arbeitswochen im Jahr. Bei 80 geplanten Stunden pro Woche ist das gut 1 % der geplanten Zeit.
PostenErstes Jahr
Lizenz Premium, 10 Maschinen7.080 €
PC und Netzwerk, einmalig2.500 €
Eigene Zeit, 100 Stunden × 50 €5.000 €
Kosten14.580 €
Nutzen, 460 Stunden × 80 €36.800 €
Differenz22.220 €

Der Nutzen beträgt 3.067 € pro Monat. Damit haben sich die Kosten des ersten Jahres in knapp fünf Monaten amortisiert. Um die Kosten zu decken, musst du pro Maschine etwa 24 Minuten pro Woche zurückgewinnen: 182 Stunden im Jahr für 10 Maschinen.

Rechne auch ein vorsichtiges Szenario durch. Kannst du nur die Hälfte der zurückgewonnenen Stunden füllen, beträgt der Nutzen 18.400 €, und die Amortisation dauert rund neuneinhalb Monate. So siehst du, wie stark der Business Case von deinen Annahmen abhängt.

Schritt 4: Festlegen, wann du misst

Lege vorher fest, wann du den Business Case mit der Wirklichkeit vergleichst, zum Beispiel nach drei, sechs und zwölf Monaten. Verwende dieselben Definitionen wie bei der Ausgangsmessung: dieselbe geplante Zeit und dieselben Maschinen. Sonst misst du eine andere Definition statt einer Verbesserung.

Typische Fehler

  • Nutzen doppelt zählen. Eine Stunde weniger Stillstand und eine Stunde kürzeres Rüsten können dieselbe Stunde sein.
  • Zurückgewonnene Stunden mitzählen, die du nicht füllen kannst.
  • Keine Ausgangsmessung. Dann weißt du hinterher nicht, ob sich etwas geändert hat.
  • Nur die Lizenz als Kosten zählen und die eigene Zeit vergessen.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Amortisationszeit?

Teile die Kosten durch den Nutzen pro Monat. Kostet das erste Jahr 14.580 € und bringt es 3.000 € im Monat, bist du nach knapp fünf Monaten wieder bei null. Die Amortisationszeit sagt nichts über die Jahre danach, sieh dir also auch die Differenz pro Jahr an.

Welcher Nutzen lässt sich am leichtesten messen?

Zurückgewonnene Maschinenstunden. Miss vorher, wie viele Stunden eine Maschine geplant ist und läuft, und nach ein paar Monaten noch einmal. Die Differenz rechnest du mit deinem Maschinenstundensatz um.

Was kostet die Maschinendatenerfassung mit Smart Factory?

Core kostet 29 €, Premium 59 € und Ultimativ 129 €, jeweils pro Maschine und Monat. Der Konnektor und die Apps sind kostenlos, und Sensoren an der Maschine brauchst du nicht.

Muss ich alle Maschinen auf einmal anbinden?

Nein. Du kannst mit den Maschinen anfangen, an denen die meisten Stunden hängen oder zu denen es die meisten Fragen gibt. Je mehr Maschinen dabei sind, desto vollständiger wird das Bild der Werkstatt.

Über Smart Factory

Smart Factory liest Aktivzeit, Rüstzeit, Wechselzeit und Stillstand direkt aus der CNC-Steuerung. Du zahlst pro Maschine und Monat, der Konnektor und die Apps sind kostenlos. Mehr dazu: Maschinendatenerfassung für CNC-Maschinen und Preise.

Quellen

  1. Shigeo Shingo: A Revolution in Manufacturing. The SMED System. Productivity Press, 1985

Weiterlesen

Sieh deine Maschinen live

Der Konnektor und die Apps sind kostenlos. Du zahlst ab 29 € pro Maschine und Monat.

Jetzt starten So funktioniert es